Bewerbung eines Vitamin D-Präparats mit den Aussagen „müde, abgespannt, häufig erkältet?“

Aktenzeichen: 11 O 9/16, LG Stuttgart
Datum: 02.02.2016

Das beklagte Unternehmen bewarb die Produkte, die Vitamin D in einer Dosierung von 1.000 I.E., 2.000 I.E. und 5.600 I.E. enthalten, in irreführender Art und Weise. Neben der unzulässigen Verwendung von gesundheitsbezogenen Angaben erfolgte die Bewerbung sowohl für das Arzneimittel als auch für das Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D in gleicher Art und Weise ohne den Produktbezug zu erkennen. So warb das Unternehmen u.a. mit folgenden Aussagen: „Bei Symptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Verstimmung und häufigen Erkältungen“, „fühlen Sie sich häufig müde und abgespannt oder haben Sie öfters mal einen Atemwegsinfekt?“ und „Symptome eines Vitamin D-Mangels können sein: Schlafstörungen, Muskelschwäche, Stimmungsschwankungen“. Bei der Werbung für das Nahrungsergänzungsmittel mit 2.000 I.E. und 5.600 I.E. Vitamin D sah INTEGRITAS einen Verstoß gegen Art. 10 Abs. 1 der HCVO, da hier gesundheitsbezogene Angaben getroffen wurden, die nicht zugelassen waren. Die Verfügungsbeklagte adressierte ihre Werbung unmittelbar an den Verbraucher und befragte ihn nach seinen Gesundheitszuständen wie Müdigkeit, Abgespanntheit, Atemwegsinfekten und Verstimmungen. Sie adressierte sie als mögliche Anzeichen eines Vitamin D-Mangels. Zweifellos handelt es sich hierbei um Angaben, mit denen erklärt bzw. suggeriert oder auch nur mittelbar zum Ausdruck gebracht werden sollte, dass ein Zusammenhang zwischen den Produkten der Verfügungsbeklagten einerseits und der Gesundheit der Verbraucher andererseits bestehe.

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